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Das Weihnachtsbild in unserer Kirche

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Erklärung zum Weihnachtsbild in unserer Kirche

Wir sehen hier ein nicht so idyllisches Weihnachtsbild, dass sich aus drei Szenen der Bibel zusammensetzt.
Das Bild macht durch seine klaren Farben zunächst einen unmissverständlich starken Eindruck.
Die drei Szenen sind nacheinander im Bild aufgebaut und farblich klar voneinander getrennt und doch gehen sie ineinander über und lassen zu, dass man Querverbindungen zieht und zueinander herstellt.

Ganz vorne ist eine Art Krippendarstellung zu sehen.
Maria, die ganz ergriffen ihr Kind in die Höhe hält und Josef, der fast starr auf Maria und das Kind blickt.

Dahinter, ganz in Rot, ist eine Frau zu sehen, die ihre Hände vor das Gesicht gelegt hat. Sie scheint zu weinen, so gebückt, wie sie da sitzt. Vielleicht ist sie ja auch nur entsetzt über das, was sie dort sieht und verschließt ihre Augen.
Ihr gegenüber streckt sich nämlich ein Arm aus mit einem gewaltigen Messer. Was hat dieser Mensch, den wir nicht sehen, mit dem Messer vor, oder was hat er schon damit angerichtet?
Die Szene bezieht sich auf den Kindermord in Betlehem, von dem in der Hl. Schrift berichtet wird.
Herodes hat nämlich damals alle männlichen Kinder im Alter bis zu 2 Jahren umbringen lassen, weil er sicher sein wollte, dass er so auch den neugeborenen König, von dem die Sterndeuter erzählt hatten, aus dem Weg schaffen würde.

Die dritte Szene im Hintergrund zeigt uns Jesus am Kreuz hängend. Das Schwarz seines Körpers und das Braun des Kreuzes sind kaum voneinander zu unterscheiden. Sie geben dem Bild beinahe einen dunklen Hintergrund, auf dem die anderen Personen sich bewegen.
Das Kreuz überschattet schon die Geburt Jesu.
So hilflos wie Jesus bei seiner Geburt den Menschen ausgeliefert war, die keinen Platz ihm einräumten, so hilflos ist er in seiner Kreuzigung wieder den Menschen und ihrer Gewalt ausgeliefert. Jesus erscheint in beiden Darstellungen wehrlos. Er war bewusst wehrlos, um unsere Wehrlosigkeit zu teilen.
Auf der linken Bildseite kreuzen sich sein Arm am Kreuz mit dem Arm, der das Messer hält. Gewalt und Wehrlosigkeit kreuzen sich hier.
Fast zentral erscheint das Messer, als Zeichen ungeheurer Brutalität und die Blutspuren auf Jesu Körper. Einerseits bedroht das Messer dieses neugeborene Kind und scheint darauf zu zielen, es mitten durch zu teilen, andererseits hinterlässt es aber auch Spuren von Blut oder sogar von Einstichlöchern. Unwillkürlich fallen uns Berichte von Gewalttaten, auch hier in Duisburg, ein, wo Menschen in blinder Wut mehrfach auf andere eingestochen haben.
Es erinnert aber auch an die Gewalt, mit der das Böse oder der Böse zur Zeit auf die Welt losgeht.

Die Terroranschläge, die uns erschüttern, sind zu vergleichen mit dem brutalen Einstechen auf unsere Welt, auf das Leben der Menschen.
Hinter dem Messer ist der Halter nicht zu erkennen. Wir können ihn oder sie nicht identifizieren.
Ja, auch das ist ein Zeichen für die heutige Art Gewalt und Krieg auszuüben - und zwar fast anonym. Heute erkennt man kaum sein feindliches Gegenüber, es operiert im Dunkeln. Das ist oft sehr hinterhältig und unfair. Und das macht doch die Wehrlosigkeit der Opfer aus, dass es seinen Feind nicht erkennen kann.
Die weinende Frau bringt ihre Fassungslosigkeit über die Brutalität und den Hass zum Ausdruck, sie steht zu ihrer Trauer darüber. Sie steht für die vielen Menschen, die in den letzten Wochen und Monaten ihre Trauer und Fassungslosigkeit auch öffentlich kundgetan haben.
Ganz im Gegensatz dazu steht der Mann, der regungslos und fast unbeteiligt auf das Ganze blickt. Er scheint in seiner Haltung fast schwach, sodass er sich am Stab festhalten muss.
Er scheint für die vielen anderen zu stehen, die wie gelähmt sind, angesichts dessen, was sie erleben und erfahren.
Die Menschen haben halt unterschiedliche Weisen, mit den Geschehnissen um sich herum umzugehen.

Beim Blick auf unser Bild wandern die Augen nun ganz zum Schluss noch einmal zum eigentlichen Mittelpunkt des Bildes, das leuchtend gelbe Jesuskind. Es scheint wie ein Schlüssel, der uns das Bild und die Gegenwart aufschließt. Dieses Kind, dass einerseits hilflos und zerbrechlich erscheint, dann aber auch durch seine gelb leuchtende Farbe wieder Kraft und Zuversicht vermittelt.

Wenn wir uns von der Vorstellung eines dargestellten Babys lösen, so könnte es auch wie ein Schlüsselloch wirken, durch das wir das Licht aufscheinen sehen, dass hinter diesem Bild ist.

Jesus lässt uns schon im Fest seiner Geburt einen Blick, quasi wie durch das Schlüsselloch, tun, auf den Himmel, den er uns eröffnet.

 

 

 

 

 

 

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