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| letzte Änderung dieser Seite: Samstag, 1. Februar 2003 Warum brauchen wir überhaupt eine neue Orgel in Serm?!? Kleine Sermer Orgelführung Von Marc Dörrich Die bisherige Orgel in unserer Kirche stammt aus dem Jahre 1964 und wurde von der Firma Walcker als Serienmodell erbaut, das man in vielen kleineren Kirchen oder Kapellen in ähnlicher Form finden kann. Es handelt sich um eine Kleinorgel, die nicht speziell für einen konkreten Kirchenraum eigens konzipiert wurde, sondern um ein Standardmodell mit den allernötigsten Klangfarben, also meist sechs bis sieben Registern. Unsere Orgel besitzt nur eine Tastenreihe (=Manual), auf der fünf Register spielbar sind. Im Pedal befindet sich ein sechstes Register als Bass. Die Handregister sind zur Füllung des Bassklangs an das Pedal zu koppeln. Man kann die fünf Register im Manual in zwei Hälften (rechts/links) teilen, damit man mit den Händen verschiedene Klänge gleichzeitig erzeugen kann. Das ist eine kleine Spielhilfe, weil eine zweite Tastenreihe fehlt. Jedoch muss jedes Register deshalb sehr umständlich mit beiden Händen auf beiden Seiten gezogen werden. Für den Wechsel vom Vorspiel zur Liedbegleitung ist dies sehr unpraktisch. Die sechs Register haben folgende Bezeichnungen: Gedackt 8’ Rohrflöte 4’ Oktave 2’ Mixtur 2-3fach Prinzipal 4’ Subbass 16’ (Pedal) Die Zahlen hinter den Namen geben das Klangvolumen der Register an. Diese sechs Grundregister sind in ähnlicher Form in jeder Orgel zu finden, reichen jedoch zur klanglichen Füllung unseres Kirchenraumes nicht aus und lassen zudem wenig Variationsmöglichkeiten beim Musizieren, so dass bestimmte Orgelstücke gar nicht spielbar sind und Orgelkonzerte so gut wie unmöglich sind. Es stellt sich also die Frage, warum wir seit fast 40 Jahren in der Herz-Jesu-Kirche eine Orgel haben, die den Anforderungen sowohl des Raumes als auch der Kirchenmusik nicht entspricht. Die Antwort ist mit dem allgemein bekannten Satz zu geben: Nichts hält so lange wie ein Provisorium. Denn diese Orgel wurde damals nach Aussage von Gemeindemitgliedern, die beim Aufbau dabei waren, von Anfang an nur als Übergangslösung angeschafft. Die Vorgängerorgel, die unseren Informationen nach ein größeres Instrument von zwei bis drei Manualen gewesen sein muss, war in einem desolaten Zustand, so dass beschlossen wurde, auf Dauer eine neue angemessene Orgel zu bauen. Da – wie so oft – das nötige Geld nicht sofort vorhanden war, wurde ein Orgelfonds ins Leben gerufen und als schnelle Lösung die jetzige Kleinorgel angeschafft. Dabei ist es – warum auch immer – bis heute geblieben. Da die Qualität dieses Instrumentes in Klang und Bauweise aber nicht ausreichend war und ist, ist der aktuelle Zustand trotz regelmäßigen Stimmens und der letzten Generalüberholung Mitte der 1980er-Jahre miserabel. Da man nicht alle Mängel der Orgel sofort hören kann, hier eine kurze Liste der Defekte und der nötigen Reparaturen:
Da die eben genannten notwendigen Reparaturarbeiten einen unangemessen hohen Kostenaufwand (mehr als 15.000 €) erfordern und im Ergebnis die klanglichen Mängel, die fehlende Spielqualität und musikalische Einsetzbarkeit nicht beseitigen bzw. verbessern würden, haben wir uns für die Anschaffung einer guten Gebrauchtorgel entschieden. Das Instrument aus Hüttenheim ist von seiner Größe (12 Register), von seinem Gesamtklang, seiner Vielfältigkeit und seinem technischen Zustand her für unsere Kirche auf lange Dauer eine gute Lösung. Auch wenn die Gesamtkosten für diese Orgel (Kaufpreis, Ab- und Aufbau, einige Umbauten in den Registern) mit rund 40.000 € recht hoch klingen, so ist das Endergebnis im Vergleich zu einer Überholung der jetzigen Kleinorgel doch qualitativ um sehr vieles besser und bei guter Pflege auf lange Zeit angelegt. Die Anschaffungskosten für eine passende neue Orgel, die speziell für unsere Kirche gebaut würde, läge im Vergleich bei mindestens 100.0000 €. Daher ist die Variante einer gebrauchten Orgel für uns eine angemessene und zu bewältigende Aufgabe.
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